Gestern Abend lief o.g. Sendung.
Als Lesbe musste ich mir diese natürlich ansehen.
Hier meine Gedanken und Kommentare:
Über Maybrit Illner kann ich nur Gutes sagen. Sie arbeitete so, wie es von einem Journalisten zu erwarten ist: NEUTRAL. Und: LEITEND. Leitend? Sie hat die Diskussion an dem berühmten roten Faden entlang geführt. -Dafür gesorgt, dass die Studiogäste nicht zu weit von diesem roten Faden sich entfernen. Der Studiogast Norbert Geis hat von dem roten Faden teilweise nicht viel gehalten... Er hat sich mit Wowi über ein unbedeutendes Wort gestritten, es war nicht mehr normal. ...... ich weiß nicht mehr welches Wort..... ist auch egal jetzt.
Komm ich mal zum Punkt:
Der Titel der Sendung LESBEN UND SCHWULE AN DIE MACHT ist unglücklich gewählt. Wir wollen doch keine Macht. Wir wollen eben nichts Besonderes in dieser Gesellschaft sein. Unser Ziel ist es doch gerade "unbesonders" zu sein. GLEICH. Wie die anderen Menschen alle auch.
Norber Geis ist der Meinung, dass wir doch gar nicht mehr deffamiert würden. Dem ist aber nicht so.
Ich kenne einen schwulen Kumpel, der handgreiflich angegriffen wurde. Er bedient voll das Klischee der Tunte für die Hetero-Welt. Menschen deren Art werden deffamiert und immer noch beschimpft. Nicht nur:
Meine Kinder sollten laut Jugendamt nicht zu mir nach Hause kommen, weil ich in lesbischer Beziehung lebe. Ich musste immer (als es noch ging) zu ihnen gehen, um sie zu besuchen.
Wenn ich dann die Kinder vorsichtig und behutsam befragt habe, um ihr ehrliche Meinung zu bekommen, sagten sie aus, dass sie weder mit meiner Beziehung noch mit V. Probleme hatten.
Hätte ich mich auf der Arbeit geoutet, hätte es sicher ziemlich große Probleme gegeben. Auch wenn meine Kollegen durchschnittlich jung, in Ordnung und tollerant waren; es ist ungleublich, wie verklebt sie reagieren, wenn sie über einen Kollegen sprechen bei dem sie vermuten er wäre schwul. Ich bekam das mal mit. Der Kollege war sehr wahrscheinlich nicht schwul, er bediente nur wieder diese Schablone von bestimmten Bewegungen, Haltungen der Hand und Klang seiner Stimme. Ein lockerer junger Kollege spottete über ihn: " Ey, der is voll schwul. ", sagte er zu mir. Ich antwortete ihm: " Ja und wenn er es ist. Er bleibt und ist dein Kollege. Was ändert das für dich. Jeder ist so wie er eben ist."
Über uns Lesben sagen die Männer gerne, wir sollen mal einen richtigen Kerl ran lassen, dann würden wir sofort umgepolt. Ja, solche Sprüche musst du dir dann anhören. Nein, danke.
Also deformieren wir Lesben und Schwulen uns fast ähnlich wie vor und nach der sexuellen Revolution, als der §175 noch galt. Es gibt Probleme bei der Wohnungsuche, Sorgerecht, Arbeitsplatz, Adoption, Behörden usw. usw.
Wie kann Herr Geis dann behaupten, wir Lesben und Schwule seien anerkannt von der Gesellschaft. Wenn wir beim Heiraten (bzw. Verpartnern) nicht das selbe Steuerrecht haben wie Mann und Frau. Mann und Frau gelten auch ohne Kinder als Familie. Wir gelten selbst mit 10 Kindern als keine Familie.
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